EMDR

 

Was ist EMDR?

 

EMDR ist eine dynamisch-behaviorale Behandlungsmethode aus der Traumatherapie.
Jedoch kann die Anwendung von EMDR auch bei Ängsten, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen erfolgen, wenn diese auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen sind.
Gehirnforscher gehen davon aus, dass bei einem traumatischen Erlebnis keine ganzheitliche Verarbeitung stattgefunden hat.
Betroffene Personen können sich deshalb manchmal nur an Teile des Erlebnisses erinnern oder auch an gar nichts. Es scheinen dass Teilerinnerungen wie eingefroren sind. Die dysfunktionell gespeicherten Erfahrungen sind die Ursache von Störungen.

 

Seit 2006 ist EMDR eine wissenschaftlich anerkannte Psychotherapiemethode in Deutschland.

EMDR
(Eye Movement Desensitization and Reprocessing:
übersetzt: Augen-Bewegung-Desensibilisierung-Neu-
verarbeitung)

 

 

Seit dem schlimmen Erlebnis
verhalte ich mich anders …

                                                Kind hat Angst

                  Kind rastet aus

                                             Kind kann sich nicht konzentrieren

 

 

Die 8 Behandlungsphasen


1. Anamnese

 

  - Welche belastenden Ereignisse gab/gibt es?
  - Welche Ressourcen(Stärken) hat das Kind/der/die Jugendliche?
  - Welche Fähigkeiten sind nötig, um zukünftig angemessen zu reagieren?

 

 

2. Vorbereitung

 

  - Ressourcenübungen

 

 

3. Bewertung einer ausgewählten Erinnerung

 

  - Schlimmster Moment
  - Gedanken/Kognitionen (Selbstüberzeugung) negativ und positiv
  - Emotion/Gefühle
  - Grad der Belastung
  - Körpergefühl

 

 

4. Desensibilisierung/Reprozessierung

 

    Mit Hilfe der bilateralen Stimulation des Gehirns wird das belastende Erlebnis neu verarbeitet.

 

 

5. Verankerung (der positiven Kognition und des Körpergefühls)

 

6. Körpertest

 

7. Abschluss

 

8. Überprüfung (in der nächsten Stunde)

 

 

EMDR bei Kindern

 

Je jünger Kinder sind, desto massiver wirken sich traumatische Erlebnisse auf die Persönlichkeitsentwicklung wie auch auf die noch nicht ausgereifte Gehirnentwicklung aus.

Aus diesem Grund wird EMDR bei Kindern auch anders – kindgerechter – angewandt:

 

  - Als Narrativgeschichte (währenddessen die Stimulation durch die Therapeutin, die Eltern oder durch das Kind     erfolgt)
  - Die 8 Behandlungsphasen werden je nach Entwicklungsstand des Kindes dem Kind angepasst
    – dabei kann die Therapeutin oder die Eltern oder auch das Kind selber die bilaterale Stimulation ausführen

 

 

Hat EMDR Nebenwirkungen?

 

Nein. Jedoch sollte EMDR nicht angewandt werden:

 

   - wenn keine innere und/oder äußere Sicherheit besteht

   - bei akuten Psychosen und Depressionen
   - bei schweren körperlichen Erkrankungen (z.B. Bluthochdruk, Herzbeschwerden, …)

 

Auch hier gilt der Grundsatz
SAFTEY FIRST!
(SICHERHEIT HAT VORRANG!)

 

  Sicherheit hat Vorrang