Familien-Stellen

 

 

FAMILIEN-STELLEN

 

Im meiner psychotherapeutischen Praxis für Kinder und Jugendliche biete ich das Familien-Stellen an, welches in einem Gesamtbehandlungsplan intergriert wird.

 

 

Familien stellen

Die Grundlage von Familienaufstellungen besteht darin, dass jede Familie ein System bildet, in dem fortlaufend nach einem Gleichgewicht gesucht wird und niemand vergessen oder ausgeschlossen wird. Wenn diese Regeln nicht respektiert werden, entstehen daraus „Verstrickungen“, die auf das Leben von den Familienmitgliedern eine tief greifende Wirkung haben. Diese können zu Problemen führen, deren Ursachen aus dem persönlichen Leben nicht zu erkennen und zu lösen sind.

 

 

Die Bedeutung der Familie


In einer Familie sind alle Familienmitglieder auf einer sehr tiefen, uns meist unbewussten Ebene miteinander verbunden. Durch diese enge Verbundenheit werden einerseits unbewusste Einstellungen, Überzeugungen, Muster, Regeln und Werte und andererseits Gefühle, Erwartungen und Verhaltensweisen der Familienmitglieder weitergegeben, ohne dass wir dies bewusst zur Kenntnis nehmen. Diese unbewusst vermittelten Einstellungen, Überzeugungen, Muster, Regeln, Werte, Gefühle, Erwartungen und Verhaltensweisen beeinflussen positiv wie auch negativ unser Leben. Diese unbewussten Vorgänge können sowohl Zufriedenheit wie auch Unzufriedenheit, psychische und/oder körperliche Krankheiten verursachen.
Da diese Prozesse unbewusst stattfinden, stehen sie auch nicht unserem rationalen Verstand zur Verfügung und können Ursache dafür sein, dass Menschen trotz größter Bemühungen immer wieder die gleichen Fehler machen bzw. in ihre alten Muster fallen, ohne dafür eine nachvollziehbare Erklärung zu haben. Denn Schicksalsschläge in einer Familie wirken bis in die Gegenwart (heute), auch wenn sie in weit entfernter Vergangenheit stattgefunden haben.
Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern ist so groß, dass sie alles erdenkliche tun, um ihre Eltern glücklich zu machen. Das führt sogar so weit, dass sich sehr viele Kinder unbewusst verbieten ein glücklicheres, zufriedeneres und erfüllteres Leben als ihre Eltern zu führen. So verharren sie unbewusst in innerfamiliären Grundmuster und „Verstrickungen“, womit ein fremdes Schicksal eines Familienmitgliedes übernommen und zum eigenen gemacht wird. Deshalb erleben Kinder ähnliche Erfahrungen (Schicksale) wie ihre Eltern, auch wenn ein Kind sich als Erwachsener von den Eltern/einem Elternteil abgewandt hat.

 

 

Was kann eine Familienaufstellung bewirken?


Eine Aufstellung ist eine sehr gute Darstellung eines aktuellen Zustandes. So können z.B. Abhängigkeiten sichtbar gemacht und gelöst werden oder nicht gemäße, übernommene Aufgaben können zurückgegeben werden, wodurch wir uns befreit und entlastet fühlen.
Obwohl eine Aufstellung oft schnelle Heilungsprozesse leistet, muss aber angemerkt werden, dass in Anbetracht der bestehenden (vielen) Schwierigkeiten oft mehr als eine Aufstellung benötigt wird.

 

 

Wie verläuft eine Familienaufstellung?


Eine Familienaufstellung wird mit Hilfe von Stellvertretern für den Patienten und den Mitgliedern der betroffenen Personen durchgeführt. Zu Beginn werden die Stellvertreter von dem Patienten intuitiv im Raum aufgestellt, dadurch wird die Aufstellung erlebbar und es werden eventuelle „Verstrickungen“ sichtbar und fühlbar. Durch das Verändern der Positionen der aufgestellten Vertreter wird eine Neuordnung vorgenommen, die für jeden „passen“ muss. Zum Ende hin werden problemlösende wie auch wertschätzende Sätze verwendet, um die bis dahin gebundene Energie wieder fließen zu lassen.

 

 

Familien-Stellen bei Kindern und Jugendlichen


Bei Kindern/Jugendlichen wird das Familien-Stellen kindgerecht angewendet. Das bedeutet, dass das Familien-Stellen nicht in Gruppen, sondern in Einzelterminen stattfindet, weil die Rolle des Stellvertreters ein Kind/einen Jugendlichen schlichtweg überfordert. Stattdessen kann z.B. mit Hilfe von Holzklötzen das jeweilige Anliegen aufgestellt und sichtbar gemacht werden. Durch das Verändern der Positionen der aufgestellten Holzklötze wird eine Neuordnung vorgenommen.

 

 

Welche Aufgaben übernehmen Kinder?


Kinder sind stets bemüht ihren Eltern das zu geben, was diesen fehlt und sie fühlen sich für das Wohlergehen ihrer Eltern verantwortlich. Folglich versuchen sie ungelöste
Aufgaben ihrer Eltern zu erledigen, was sie natürlich überfordert. Besonders im Kleinkindalter, in denen noch keine Ich-Grenzen entwickelt sind, vermischen Kinder ihre Gefühle mit den Gefühlen ihrer Eltern, was zu Verwirrungen bzgl. ihrer Autonomie und ihres eigenen Gefühlslebens führt.

Häufig – nicht immer – erfolgt die Aufgabenübernahme innerhalb der Geschwisterreihenfolge nach Mustern: So tragen die Erstgeborenen sehr häufig die Verantwortung für die jüngeren Geschwister, sie versuchen meist ihren Eltern das zu geben, was diese von ihren Eltern nicht erhalten haben und sie zeigen häufig die Grundmuster der Großeltern. Die Zweitgeborenen fühlen sich meist den Eltern verpflichtet und sie versuchen die Aufgabe zu übernehmen, die ein Elternteil in seiner Partnerschaft vermisst. Oder sie versuchen vorherige wichtige Partner zu vertreten. So führen Töchter häufig im Erwachsenenalter eine Dreiecksbeziehung und Söhne vertreten den abwesenden Vater.
Die Drittgeborenen übernehmen häufig die ungelösten/nicht erledigten Aufgaben des
gleichgeschlechtlichen Elternteils.

Eine besondere Funktion haben auch früh verstorbene/fehl-/totgeborene Zwillingsgeschwister. Denn aufgrund ihrer genetischen wie auch seelischen Nähe hinterlassen sie beim überlebenden Geschwisterkind eine große Lücke. Oftmals entwickeln die überlebenden Geschwisterkinder Schuldgefühle (Warum ist das nicht mir passiert?) oder Ängste oder Suizidgedanken („Ich folge dir“.)

 

 

Kinder, deren Eltern zerstritten sind


Durch die tiefen Verletzungen durch den Partner/die Partnerin entstehen große Konflikte, die meist nicht auf der Elternebene ausgetragen werden, sondern auf den Rücken der Kinder. Prinzipiell sind Kinder beiden Elternteilen loyal gegenüber. Obwohl beide Elternteile das Beste für ihre Kinder wollen, schaffen sie es oftmals nicht ihre Verletzungen aufzuarbeiten, sondern geben sie unbewusst an ihre Kinder weiter. Wenn z. B. ein Elternteil den anderen ablehnt, entwickelt das Kind Probleme den abgelehnten Elternteil anzuerkennen und anzunehmen. Dadurch wird das Kind in eine schwer aushaltbare Notlage gebracht. Im Laufe der Zeit beginnen die Kinder die Wut der Eltern zu teilen, was dazu führt, dass sie auf Dauer den gegengeschlechtlichen Elternteil ablehnen und verachten und somit auch einen Teil von sich selbst.

Eltern geben auch ihre Rollenerwartungen und Frauen-/Männerbilder an ihre Kinder weiter. So lernen Kinder von ihren Eltern was eine Frau/einen Mann ausmacht, welche Aufgaben eine Frau/ein Mann inne hat und wie man mit Frauen/Männern umgeht. Wenn nun ein Elternteil wenig Anerkennung, Respekt und Wertschätzung für das andere Geschlecht zeigt, beeinflusst das unvermeidlich das Geschlechterbild der Kinder.
Durch das Schlecht-machen eines Elternteils und der gleichzeitig bestehenden Loyalität für denselben Elternteil entstehen im Kind unüberwindbare Konflikte, was zu somatischen Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind führt. Oder aber das Kind ist nicht in der Lage auf Dauer eine erfüllende Beziehung führen zu können.

Durch Familienaufstellungen können innerfamiliäre Grundmuster und „Verstrickungen“ aufgedeckt und aufgelöst werden. Durch das Auflösen der begrenzenden innerfamiliären Verhaltens-, Denk- und Glaubensmuster wird neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten freigesetzt, womit neue Lösungsstrategien für die weiteren Lebensaufgaben entwickelt werden, weil sowohl die eigene Kraft wie auch die positive Kraft der Ahnen genutzt werden kann.