Gruppenkurs für Bezugspersonen

 

 

Wie werde ich den

Bedürfnissen

meines traumatisierten Pflege-/ Adoptivkindes gerecht?

 

 

 

Dieser Kurs ist Einladung an alle Eltern, das Verhalten Ihres Pflege-/Adoptivkindes

besser verstehen zu können.

 

Ein fremdes Kind bei sich in der Familie aufzunehmen ist für alle Beteiligten eine große

Herausforderung. Sie haben sicherlich vieles über Kinder mit schwierigem familiärem

Hintergrund gelernt, gelesen und Schulungen besucht. Trotz Ihrer Anstrengungen und Ihres

Fachwissens geraten Sie häufig an Ihre eigenen Grenzen, weil das auffällige Verhalten Ihres

Pflege-/Adoptivkindes stabil und resistent ist. Intuitiv spüren Sie die große innere Not Ihres

Pflege-/Adoptivkindes, aber dennoch können Sie das Verhalten Ihres Pflege-/Adoptivkindes

manchmal nicht nachvollziehen, weil es aus unerklärlichen Gründen laut wird und Krach

macht oder Wutausbrüche bekommt oder weint oder nicht mehr alleine schlafen kann oder

lügt oder stiehlt oder mit Kot schmiert oder Essen versteckt oder …

 

 

 

 

 

 

In diesem Kurs soll einerseits ein psychotraumatologisches Verstehensmodell für das Verhalten von traumatisierten Kindern und Jugendlichen vermittelt werden, damit die große innere Not Ihres Pflege-/Adoptivkindes und die daraus resultierenden Verhaltensweisen besser verstanden werden können.
Und andererseits werden traumapädagogische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die Sie und Ihr Pflege-/Adoptivkind im Alltag unterstützen.
Denn traumatisierte Kinder und Jugendliche haben andere Bedürfnisse als „gesunde“ Kinder.

Die Kurse werden jeweils in 2 Doppelstunden à 5 Termine nach Terminvereinbarung angeboten.
Die Kosten für die Gruppenpsychotherapiestunden für Bezugspersonen werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Falls Sie privat versichert sind, sollten Sie im Vorfeld bei Ihrer Krankenkasse abklären, unter welchen Bedingungen eine psychotherapeutische Gruppenbehandlung für Bezugspersonen erstattet wird.

Nicht jede private Krankenkasse und Beihilfe übernimmt die vollständigen Behandlungskosten, so dass unter Umständen Zuzahlungen notwendig sind. Das Honorar richtet sich nach den üblichen Sätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

 

 

 

Kursablauf

 

 

  • 1. Was ist ein Trauma?
  • 2. Was sind Traumafolgestörungen?
  • 3. Grundaussagen zu Adoptiv-/Pflegekindern
  • 4. Überlebensstrategien/Abwehrmechanismen von traumatisierten Kindern
  • 5. Bindung
  • 6. Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen
  • 7. Typische Entwicklungsverläufe in Adoptiv-/Pflegefamilien
  • 8. Ein psychotraumatologisches Verstehensmodell entwickeln
  • 8. (Warum verhält sich das Kind so wie es sich verhält?)
  • 9. Traumapädagogische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen
  • 10.Die therapeutischen Fähigkeiten der Pflege-/Adoptiveltern nutzen
  •  


     

    Wie kann ich mich für diesen Kurs anmelden?


    In einem Erstgespräch werden die Rahmenbedingungen besprochen. Dazu sollten

    beide Pflege-/ Adoptiveltern in Begleitung des Kindes/Jugendlichen erscheinen.

     

    Dazu sollte folgendes mitgebracht werden:

    • Krankenversichertenkarte
    • Schulzeugnisse
    • Sonstige Entwicklungsberichte, Hilfeplanberichte, …

     

    Ziele des Kurses bestehen darin, die große innere Not Ihres Pflege-/Adoptivkindes und

    die daraus resultierenden Verhaltensweisen besser zu verstehen und

    traumapädagogische Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die Sie und Ihr Pflege-/Adoptivkind

    im Alltag unterstützen.

     

    Je nach freien Therapieplatzkapazitäten können unabhängig voneinander die

    Behandlungspläne einerseits für die Kinder /Jugendlichen und andererseits für die

    Pflege-/Adoptiveltern geplant werden.

     

     

     

    Das Erbe eines adoptierten Kindes


    Es gab einmal zwei Frauen, die sich nicht kannten.
    An die eine kannst du dich nicht mehr erinnern, die andere nennst du Mama.
    Zwei verschiedene Leben formten dich zu der Person, die du heute bist.
    Eine wurde dein Leitstern, die andere wurde deine Sonne.
    Die erste gab dir dein Leben, die andere lehrte es dich zu leben.
    Die erste gab dir das Grundbedürfnis zu Lieben, die zweite war für dich da,
    um dieses Grundbedürfnis zu erfüllen.
    Die eine gab dir eine Nationalität, die andere gab dir einen Namen.
    Die eine gab dir Talente, die andere Ziele. Die eine gab dir Gefühle, die andere beruhigte deine Ängste.
    Die eine sah dein erstes süßes Lächeln, die andere trocknete deine Tränen.
    Die eine suchte nach einem Zuhause für dich, welches sie dir nicht bieten konnte.
    Die andere betete um ein Kind
    und ihr Gebet wurde mit dir erfüllt.
    Und nun fragst du mich unter Tränen,
    die alte bislang unbeantwortete Frage:
    Vererbte Anlage oder Umwelt, was macht dich zu dem
    was du bist?
    Weder das eine noch das andere,
    du bist aus zwei verschiedenen Arten von Liebe erwachsen.

     

                                                                                                             (Autor unbekannt)