Traumabezogene Spieltherapie

 

 

Die Spieltherapie ist eine grundlegend wichtige Behandlungsmethode in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, weil Kinder aufgrund ihres noch nicht ausgereiften Gehirns komplexe Störungserklärungsmodelle nicht verstehen können. Mit Hilfe von spieltherapeutischen Elementen – wie z.B. Rollenspiele, Verkleiden, … – können Ressourcen gestärkt und Konflikte kindgerecht gelöst werden. Jedoch auch Jugendliche profitieren von den spieltherapeutischen Elementen, weil sie somit eigene Probleme mit „Abstand“ betrachten können und verschiedene Lösungsstrategien erproben können.
In der traumabezogenen Spieltherapie werden mit spieltherapeutischen Elementen traumatische Erlebnisse neu verarbeitet.

 

 

 

       Seit dem schlimmen Erlebnis

            verhalte ich mich anders ...

Kind weint viel
Kind ist wütend
Kind kann sich nicht konzentrieren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zentrale Elemente der traumabezogenen Spieltherapie nach D. Weinberg:

 

Als Voraussetzung für die traumabezogene Spieltherapie muss eine klare Trennung der ersten und zweiten Realitätsebene erfolgen. Die erste Realitätsebene umfasst die realen Rollen, die der Patient und die Therapeutin im „wahren Leben“ inne hat. Die zweite Realitätsebene beschreibt den Einstieg in die Rolle, was meist durch Verkleidungsgegenstände, Änderung der Namensgebung und Aufbau von Landschaften unterstützt wird. Der Spielstopp ist ein wichtiges Steuerungselement, um den Spielverlauf zu

 

Regeln der traumabezogenen Spieltherapie nach D. Weinberg

     - Keinem wird weh getan!
     - Nichts geht kaputt!
     - Keiner wird zu einer Rolle oder deren Fortführung der Rolle gezwungen!
     - Bei jeder Irritation wechseln wir auf die Ebene der ersten Realität!

 

 

 

Kennzeichen des "traumatischen Spieles"

 

entnommen aus Hensel (2006) in Anlehnung an Streeck-Fischer (1997)

 

Heilsames Spiel Gestörtes Spiel Traumatisches Spiel
Als-Ob-Charakter
(Fähigkeit zur Symbolbildung)
Ausweitung der Fantasie
(Grenzen zur Realität verschwimmen)
endlose Wiederholungen
von Spielhandlungen
(keine inhaltliche Entwicklung)
Spielfähigkeit ( Flexibilität
zwischen Fantasie und Realität)
Fantasielosigkeit
(keine Als-Ob-Haltung möglich)
Spielszenen wenig
differenziert
Emotionale Resonans Abrupter Wechsel (Spielabbrüche)
zwischen Spiel und Realität
Automatisierte
Verhaltensmuster
Entwicklung im Spielgeschehen   Zunahme von Angst und
Verzweifelung mit der Spieldauer

 

 

 

Wie bei allen Traumabehandlungen gilt auch hier der Grundsatz:

SAFTEY FIRST!
(SICHERHEIT HAT VORRANG!)

 

 Safty first